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Justizanstalt Graz-Karlau

JA Graz - Karlau im Wandel der Zeit

In den damals noch unbesiedelten Murauen ließ Erzherzog Karl II. von Innerösterreich vom landesfürstlichen Baupolier Marc Antonio Tadei eine Sommerresidenz bauen. Dieses Schloss wurde im Renaissancestil erbaut und mit wertvollem Inventar (Gemälden und 100 Wandteppichen) ausgestattet.
In der ursprünglichen Form handelte es sich um ein vierstöckiges Gebäude mit polygonalen (vieleckig) Ecktürmen, die aus den vier Seiten eines Sechseckes gebildet wurden und Zwiebelhauben trugen. Das Schloss wurde zuerst „Schloss DOBEL“ genannt. Da dies aber bald Anlass zu Verwechslungen mit dem Jagdschloss „TOBEL“ beim Dorfe DOBEL gab, kam noch während der Bauzeit der Name „KARL-AU“ auf. Das Schloss war mit einer einfachen Befestigungsanlage in Form einer Ringmauer und Türmen umgeben. Das Schloss – wunderschön eingebettet in eine herrliche Aulandschaft – diente als landesfürstliches Jagdgebiet und Tiergarten. Neben Wassergeflügel und Rotwild wurden Falken, Reiher und Fasane gezüchtet und in die Murauen ausgesetzt. Die umliegenden Gassen der Anstalt erinnern heute noch an den Tiergarten, wie z.B. Reiherstadlgasse, Falkenturmgasse, Fasangartengasse, Auf der Tändelwiese usw.
1769 hat Maria Theresia das Jagdschloss Karlau als Arbeitshaus erstmals für müßiges und faules Gesinde verwendet. Unter Kaiser Josef II. wurde das Arbeitshaus aufgelöst und diente 1794 zur Unterbringung französischer Kriegsgefangener. Unter Kaiser Josef II. wurde das Arbeitshaus aufgelöst und diente 1794 zur Unterbringung französischer Kriegsgefangener. Mit der Einführung des Strafgesetzes wurde 1803 das Schloss Karlau Provinzialstrafhaus für Frauen und Männer bis zu einer Strafe von 10 Jahren. Im Jahre 1805 wurde die Stadt Graz von den Franzosen besetzt. Die bis dahin in der Zitatelle und in den Kasematten des Schloßberges verwahrten Schwerverbrecher ließ der französische Befehlshaber Marschall Marmont in das Strafhaus Karlau verlegen. 1820 wurde erstmals ein Zubau – ein zweistöckiges Haus – in westlicher Richtung an das Schloss angefügt. 1869 – 1872 errichtete Johann Schöbl ein dreiflügeliges Zellengefängnis nach den modernen Kriterien der Gefängnisarchitektur des 19. Jahrhunderts. Die 3 Flügel des Zellenhauses laufen in einem Achsenkreuz zusammen in dessen Schnittpunkt sich ein oktogonaler Zentralturm befindet.

1945 – mit Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Anstalt zweimal schwer bombardiert. Bei diesem Luftangriff sind 14 Wachebeamte und 107 Gefangene ums Leben gekommen. Dass von 1945 bis heute die Hafträume den jeweiligen Zeiten angepasst und dementsprechend verändert wurden, sei auch hier erwähnt. Unter diesen Arbeiten fielen die Installierung von WC´s, die Einleitung von Wasser, Warm- und Kaltwasser, die Verkleinerung der Hafträume in überschaubare Einheiten, der Einbau einer Radioanlage mit drei Programmen auf Kopfhörerbasis etc. In diesem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben, das der Großteil dieser Arbeiten von Insassen der Justizanstalt Graz-Karlau durchgeführt wurden und zwar unter Aufsicht des Bundesministeriums für Justiz, des Landesbauamtes für Steiermark, der bauausführenden Firmen, der Anstaltsleitung sowie den vielen fachlich qualifizierten Justizwachebeamten der Anstalt.

Am 18.11.1991 wurde in der Strafvollzugsanstalt Graz die erste Außenstelle der Justizwacheschule eingerichtet. Mittlerweile wurden 21 Ausbildungslehrgänge mit insgesamt 425 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Außenstelle erfolgreich abgeschlossen.
Am 01. November 1993 wurde die ehemals als Strafvollzugsanstalt Graz genannte Anstalt in Justizanstalt Graz-Karlau umgetauft. Heute präsentiert sich die Anstalt modern und der Zeit entsprechend. Die Justizanstalt Graz-Karlau ist die zweitgrößte Justizanstalt Österreichs. Sie dient dem Vollzug von Freiheitsstrafen an männlichen Gefangenen mit einer Strafzeit von über 18 Monaten bis Lebenslang.

Das Areal der Anstalt einschließlich der vorgelagerten Personalhäuser und Vorgärten beträgt fast sieben Hektar.
In den Unterkünften, bestehend aus 260 Einzel- und Gemeinschaftshafträumen können 470 Insassen untergebracht werden. Als wichtigste Aufgabe des Strafvollzuges neben der Abschließung und sicheren Verwahrung soll der Vollzug einer Freiheitsstrafe den Verurteilten zu einer rechtschaffenen und den Erfordernissen des Gemeinschaftslebens angepassten Lebenseinstellung verhelfen und sie abhalten, schädliche Neigungen nachzugehen. Der Vollzug wird auf Grund der verschiedenen Tätergruppen entsprechend differenziert durchgeführt. Die Arten der Vollzugsformen reichen vom Normalvollzug – mit Sicherheits¬abstufungen – über den Maßnahmenvollzug an geistig abnormen Rechtsbrechern gem. § 21 Abs. 2 StGB, an Strafgefangenen, die gem. § 129 StVG sich wegen psychischer Besonderheiten nicht für den allgemeinen Strafvollzug eignen, den Erstvollzug, den gelockerten Strafvollzug bis letztendlich den Entlassungsvollzug (Freigang).

Außenstelle Maria Lankowitz
Zur Durchführung des „Strafvollzug in gelockerter Form“ steht der Justizanstalt Graz-Karlau eine Außenstelle in Maria Lankowitz (40 km westlich von Graz) mit insgesamt 52 Haftplätzen in Wohngruppen zur Verfügung.
Ziel dieses „Wohngruppenvollzugs“ ist die Erhaltung der bereits vorhandenen Fähigkeiten zur Bewältigung des Lebensalltags (Kochen, Waschen, Bügeln, Reinigungsarbeiten) bzw. das Erlernen dieser. Durch die Möglichkeiten im gelockerten Vollzug können sich für den Insassen außerdem völlig neue Perspektiven (z.B. sein Freizeitverhalten) ergeben. Gemeinsam mit anderen können unter Anleitung eines Beamten bzw. Mitarbeiter des Fachdienstes völlig neue Formen der Lebens- und Freizeitgestaltung erfahren und erprobt werden. (Ein Insasse, dessen Leben und Freizeit z.B. völlig durch seine Sucht dominiert war und dessen Delikt möglicherweise ebenso damit in Zusammenhang steht, hat durch pädagogisch sinnvolles Sozialtraining die Möglichkeit, seinen Alltag und seine Freizeit abseits der Sucht erleben und gestalten zu lernen.)
Der gelockerte Vollzug ermöglicht den Insassen ihre praktische Fähigkeiten zu erhalten bzw. auszubauen: (Re-)Sozialisierung durch (Re-)Integration in den Arbeitsmarkt („Arbeitstraining“).
Durch Umstrukturierungen ist es gelungen, aus dem ehemals rein landwirtschaft¬lichen Betrieb durch die Einrichtung eines Unternehmerbetriebes und einer Freigängerwohnung zwei zusätzliche Standbeine zur Sicherung des Arbeitsangebotes zu schaffen.
In der Anstaltsgärtnerei wird Saisongemüse für den Eigenbedarf produziert.
Eine der ältesten Biogasanlagen Österreichs ist seit 1984 in Betrieb. Damit werden Ausscheidungen der landwirtschaftlichen Nutztiere, Rasenschnitte, Altspeiseöle aus kommunaler Sammlung durch einen anaeroben Faulprozess verrottet. Das Endprodukt ist ein besonders umweltfreundlicher Pflanzendünger. Zusätzlich wird bei diesem Vorgang Methangas gewonnen, mit welchem ein Großteil des thermischen Energiebedarfs der Außenstelle gedeckt wird.

Das Freigängerhaus
In Hinblick auf den gelockerten Strafvollzug steht der JA Graz-Karlau ein der Anstalt vorgelagertes “Freigängerhaus“ mit einer Belagsfähigkeit für 20 Insassen zu Verfügung.
Auf insgesamt 3 Etagen sind modern eingerichtete Wohneinheiten vorhanden; so gibt es 6 Einzelzimmer, 7 Zweibettzimmer und 3 große Aufenthaltsräume. Alle im Freigängerhaus einquartierten Gefangenen arbeiten bei Privatfirmen außerhalb der Anstalt. Für die Reinigung der Wäsche, die Anfertigung von Speisen und die Reinigung der Räume sind die Insassen verantwortlich
Beschäftigungsmöglichkeiten in der Justizanstalt Graz-Karlau
Der Beschäftigung der Insassen wird ein sehr hoher Stellenwert beigemessen, sodass eine Beschäftigungsquote von ca. 85 % gegeben ist. Die Insassen werden in 20 Betrieben, in der Außenstelle in Maria Lankowitz sowie als Freigänger zur Arbeit eingeteilt, wobei in den Anstaltsbetrieben täglich in der Zeit von 07.00 Uhr bis 13.00 Uhr gearbeitet wird. Alle Betriebe sind zeitgemäß ausgestattet und entsprechen durchaus dem Standard der Privatwirtschaft. In den Betrieben werden nicht nur Produkte für die eigene Anstalt oder für andere Justizanstalten hergestellt, sondern es wird auch für Unternehmen der Privatwirtschaft gearbeitet; hier werden personal- und zeitintensive Arbeiten von Firmen in die Justizanstalt ausgelagert. Zu diesem Zweck wurden in der Anstalt so genannte Unternehmerbetriebe eingerichtet.
Für alle Gefangenen besteht eine gesetzliche Arbeitspflicht, wobei bei der Arbeitszuweisung auf die Kenntnisse und Fähigkeiten der Insassen, auf ihr Alter und ihren Gesundheitszustand Bedacht genommen wird. Die Strafgefangenen werden nicht nur sinnvoll beschäftigt, sondern sollen sich an eine regelmäßige Beschäftigung gewöhnen, den Stellenwert der Arbeit im Leben erkennen und insbesondere für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Für die geleistete Arbeit gebührt den Strafgefangenen auch eine entsprechende Entlohnung, die sich je nach fachlicher Qualifikation in 5 Stufen von leichter Hilfsarbeit bis hin zu Vorarbeiten einteilt (dzt. zwischen € 1,116 und € 1,673 pro Arbeitsstunde).
Diese Arbeitsvergütung wird dem Gefangenen monatlich im Nachhinein je zur Hälfte als Hausgeld und Rücklage auf sein Geldkonto gebucht. Das Hausgeld steht dem Insassen für den Ankauf von zusätzlichen Nahrungs- und Genussmitteln zur Verfügung. Die Rücklage dient als Vorsorge für die erste Zeit nach der Entlassung.

Arbeit und Ausbildung

Betreuung der Insassen durch Justizwachebeamte in den Betrieben
Die Betriebsbeamten nehmen die im Strafvollzugsgesetz und in der Vollzugsordnung angeführten Sicherungsaufgaben wahr. In Erweiterung ihres Aufgabengebietes sind die Betriebsbeamten, ähnlich den Abteilungsbeamten, erste Anlaufstelle für Probleme von Insassen während der Arbeitszeit. Der Betriebsbeamte stellt mit seiner als Bezugsperson erlangten Kenntnis des Insassen einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Gesamtbeurteilung der Persönlichkeit eines Insassen zur Verfügung.
Gemeinsam mit dem Abteilungsbeamten ist es dem Betriebsbeamten als unmittelbare Betreuungsperson als erstem möglich, Änderungen des Verhaltens zu bemerken und die entsprechenden Fachdienste darüber zu informieren.

Lehrausbildung - Berufsschule
Die Justizanstalt Graz-Karlau führt eine eigene Berufsschule. Insassen können in derzeit insgesamt 9 Lehrberufen ausgebildet werden. Diese sind: KFZ Mechaniker, Metallbearbeitungstechniker, Tischler, Schuhmacher, Elektriker, Installateur, Koch/Restaurantfachmann, Maurer und Maler/Anstreicher
Zusätzlich zu den Aufgaben eines Betriebsbeamten obliegt den Lehrausbildnern in den Lehrbetrieben der Justizanstalt Graz-Karlau das Vermitteln der praktischen Kenntnisse und Fähigkeiten der einzelnen Berufsbilder und die Begleitung der Lehrlinge bis zur Ablegung der Lehrabschlussprüfung.
In der anstaltseigenen Berufsschule wird durch derzeit 10 Berufsschullehrer nicht nur Wert auf die Vermittlung der theoretischen Kenntnisse, die zur Ablegung der Lehrabschlussprüfung notwendig sind, gelegt, sondern auch ein Beitrag zur Insassenmotivation und Persönlichkeitsbildung geleistet.

Nachfolgende Werkstätten und Betriebe stehen der eigenen Anstalt und Privatfirmen zur Verfügung:

Anstaltsküche
Die Anstaltsküche zählt zu den wichtigsten Betrieben der Justizanstalt Graz Karlau. Zum aktuellen Zeitpunkt werden in der Küche 26 Insassen beschäftigt, die pro Jahr ca. 250 000 Verpflegungsportionen zubereiten. Versorgt werden neben der Hauptanstalt auch noch die Außenstelle Maria Lankowitz und das Polizeianhaltezentrum Graz. Die Verpflegungskosten belaufen sich pro Jahr auf etwa 400.00 Euro. Großer Wert wird auf abwechslungsreiche Kost, sowie Ernährungswissenschaftliche Kriterien gelegt. Die Speisepläne werden in festgelegten Intervallen neu erstellt. Folgende Kostformen werden unter Berücksichtigung reli¬giöser, persönlicher oder medizinischer Gesichtspunkte zubereitet.
1. Normalkost (für Insassen ohne spezielle Bedürfnisse)
2. Rituelle Kost für Insassen die auf Grund Ihrer religiösen Überzeugung an besondere Essensregelungen gebunden sind)
3. Vegetabile Schonkost (für Vegetarier und Insassen mit medizinischer Vorgabe)
4. Diabetiker Kost (für Insassen mit Gewichts- oder anderen gesundheitlichen Problemen, die eine besondere Ernährung erfordern)
5. Spezielle für einzelne Insassen vom Arzt verordnete Speisen

Bäckerei
In der sind derzeit 2 Justizwachbeamte eingeteilt, welche für die derzeitig 16 beschäftigten Insassen verantwortlich sind. Von den 16 Insassen sind 4 ausgelernte Bäcker. Die Betriebsfläche beträgt mehr als 200 m2. Durch unsere Anstaltsbäckerei wird nicht nur die eigene Anstalt und Außenstelle Lankowitz mit Brot und Gebäck versorgt, sondern auch die Justizanstalten Graz-Jakomini und Leoben und das Polizeianhaltezentrum Graz. Seit einiger Zeit wird auch auf Grund des großen Engagements der Betriebsbeamten Vollkornbrot und -gebäck in den verschiedensten Variationen hergestellt.

Baubetrieb
Dieser Betrieb ist für sämtliche Instandhaltungsarbeiten in der zuständig, soweit diese auf Grund fehlender geeigneter handwerklich ausgebildeter Insassen nicht durch externe Firmen durchgeführt werden müssen. Des Weiteren gehört auch die Reinigung aller Verkehrs-, Parkplatz- und sonstiger -flächen am gesamten Anstaltsareal – ca. 67.500 m² – zum Zuständigkeitsbereich des Betriebes. Seit kurzer Zeit gibt es auch eine Lehrausbildung für Maurer.
Im Baubetrieb versehen auf Grund seiner Größe und der oft zahlreichen Baustellen 3 Justizwachebeamte Dienst, die täglich zwischen 35 und 45 Insassen zu beschäftigen bzw. zu beaufsichtigen haben.

Beamtenküche
Die Beamtenküche beschäftigt im Durchschnitt 12 Insassen und bildet auch Lehrlinge in den Berufen Koch und Kellner aus.
Neben dem Tagesmenü werden auch verschiedene „á la carte“-Menüs für ca. 150 Bedienstete pro Tag zubereitet. Gelegentlich werden auch Buffets für die eigene Anstalt und für Justizbehörden zubereitet.

Bibliothek
In der Gefangenenbibliothek der Justizanstalt Graz Karlau stehen auf 65 m² und in 200 lfm Bücherregalen insgesamt knapp 9.000 Bücher in verschiedenen Sprachen für eine Entlehnung zur Verfügung. In diesem Bereich sind 6 Insassen beschäftigt, die unter fachkundiger Anleitung eines Justizwachebeamten die Bibliothek ähnlich einer Freihandbibliothek führen; jeder Insasse hat die Möglichkeit zumindest alle zwei Wochen sich Bücher auszusuchen und zu entlehnen.

EDV Betrieb - Buchbinderei
Der EDV-Betrieb ist ein auf Layout und Satz von Druckwerken spezialisierter Betrieb, zu dessen Auftraggebern, neben den verschiedenen Anstalten und Institutionen des Strafvollzuges, hauptsächlich private Kunden zählen. Neben den technischen Voraussetzungen wird hier vor allem darauf geachtet, Insassen mit entsprechenden Ausbildungen, Kenntnissen und Begabungen zu beschäftigen.
Die Druckerei ist mit modernen Druckmaschinen für den professionellen Einsatz ausgestattet, bietet die Voraussetzungen für hochqualitative Druckwerke und arbeitet Hand in Hand mit dem EDV-Betrieb der Anstalt.
Die Hauptaufgabe der Buchbinder besteht darin, Bibliothekswerke für die einzelnen Gerichte und die Republik Österreich in Buchform zu binden und zu verarbeiten. Bei Restkapazitäten werden auch Privataufträge verschiedener Vereine und Institutionen angenommen. Die Verarbeitung erstreckt sich dabei über alle üblichen Buchbindearbeiten bis hin zu Sonderanfertigungen.

Elektrowerkstätte
Durchschnittlich sind 7 Insassen zur Erledigung sämtlicher elektrotechnischer Instandhaltungsarbeiten in der Justizanstalt eingeteilt. Davon sind 3 Insassen, die eine Lehre als Elektroinstallationstechniker in der Dauer von 3,5 Jahren absolvieren. Durch die E-Werkstätte werden nicht nur Elektroinstallationsarbeiten für die eigene Anstalt durchgeführt, sondern auch nahezu sämtliche elektrischen Einrichtungen und Elektrogeräte der Anstalt bzw. der Insassen instand gesetzt bzw. repariert.

Gärtnerei
Die Gärtnerei ist ein Wirtschaftsbetrieb in dem 7 Tage in der Woche gearbeitet wird. Auf einer Anbaufläche von 9896 m2 werden ca. 20 verschiedene Gemüsesorten angebaut. Je nach Jahreszeit werden zwischen 24 und 30 Insassen beschäftigt. Im Laufe des Jahres werden im biologischen Anbau ca. 45.000 kg Gemüse produziert. Das erzeugte Gemüse wird beinahe zur Gänze in der Anstaltsküche zur Ausgabe an die Insassen verwendet.
In der Übergangszeit werden in den Glas- und Anzuchthäusern auch diverse Blumen und Gemüsepflanzen (je ca. 7000 Stk.) produziert, die in den Monaten April und Mai verkauft werden. Nebenbei erledigt der Gärtnereibetrieb auch noch die Pflege der Vorgärten und Parkanlage, sowie der Spazierhöfe und der Grünflächen innerhalb der Anstalt.

KFZ-Werkstätte
Neben den unten angeführten diversen Arbeiten erfolgt in diesem recht modern ausgestatteten Betrieb auch eine Ausbildung zum Kfz-Techniker.
Arbeiten in der Werkstätte: Ausbildung der Lehrlinge, Autos waschen, Innenreinigung; Polieren, Service aller Automarken mit Wartungsintervallrückstellung, Reifenservice, Reparatur, Montage und Wuchten, Zahnriemenservice, Achsvermessung, Reparaturen an Achsen, Stoßdämpfer, Auspuff, Motor und Kupplung, Bremsendienst, Motordiagnose und EOBD Abfrage, Fehlercodeabfrage und Fehlerlöschung, Einbau von Front-, Seiten und Heckscheiben, Reparatur von Kleinschäden an der Karosserie, Lackierung von Autoteilen, Einschweißarbeiten, Rostausbesserung, Reparatur von Kleinmotoren.

Kunstbetrieb
Im Kunstbetrieb werden seit einiger Zeit vermehrt therapiebedürftige Insassen eingeteilt, um auch diesen Insassen eine geordnete Tagesstruktur bieten zu können, erfolgt eine Beschäftigung insbesondere in Form von Bastelarbeiten (z.B. Herstellen von Kinderholzspielzeug).
Derzeit werden in diesem Betrieb auch durch einige handwerklich sehr geschickte Insassen Restaurations- und Reparaturarbeiten an alten Möbeln erledigt.

Installationsbetrieb
Das Aufgabengebiet des Installationsbetriebes umfasst die Wartung, Instandhaltung und Erneuerung der Trinkwasser-, Sanitär- und Heizungsanlage der gesamten eigenen Anstalt. Zusätzlich ist der Betrieb auch für die gesamte Abfallwirtschaft zuständig.
Derzeit werden drei Lehrlinge zum Sanitär- und Klimatechniker bzw. Heizungsinstallateur ausgebildet. Die praktische Ausbildung erfolgt im anstaltseigenen Installationsbetrieb durch den Lehrlingsausbilder. Der theoretische Unterricht wird von externen Berufschullehrern in den anstaltseigenen Schulräumen abgehalten. Ihre Lehrabschlussprüfung müssen die Insassen, wie jeder andere Lehrling in der Privatwirtschaft, am WIFI-Graz ablegen.

Malerei
Im Betrieb werden durchschnittlich 12 Insassen, davon 2 Lehrlinge beschäftigt. Die Maler und Anstricharbeiten erstrecken sich über den gesamten Anstaltsbereich (Abteilungen, Betriebe, Verwaltung, Außenmauer sowie die Außenstelle der Justizwachschule)
Zusätzlich werden vereinzelt auch Mal- und Lackierarbeiten (z.B. Streichen von Fensterbalken und Heizkörpern) für andere Auftraggeber verrichtet.

Schlosserei
In der Schlosserei werden ca. 25 Insassen beschäftigt, wovon derzeit sieben eine Lehrausbildung absolvieren. Neben sämtlichen notwendigen Arbeiten für die eigene Anstalt werden auch je nach vorhandenen Ressourcen auch Arbeiten für andere Auftraggeber (Privatpersonen und Firmen) durchgeführt.
Folgende Arbeiten wurden in der letzten Zeit z.B. erledigt:
Schiebetore und Sicherheitszäune für die eigene Anstalt und die Justizanstalt Graz-Jakomini, Absperrgitter für die Polizei, Schmiedearbeiten (z.B. Christbaumständer, Fenstergitter)
Haftraumtüren für die eigene Anstalt.

Schuhmacherei
Die Schuhmacherei ist ein Lehrbetrieb, der momentan drei Lehrlinge ausbildet. Weitere neun Strafgefangene sind mit der Fertigung von Insassenschuhen und -pantoffeln für die eigene Anstalt und für andere Justizanstalten beschäftigt. Des Weiteren werden auch Reparaturarbeiten an Schuhen, Taschen und Lederwaren aller Art durchgeführt.

Unternehmerbetrieb 1 (Fa. Nikitscher)
Bei diesem Betrieb handelt es sich um eine Werkhalle auf dem Gelände der Justizanstalt, die von der Fa. Nikitscher aus Pinkafeld gemietet ist und in der ca. 20 Insassen unter Aufsicht von 2 Justizwachbeamten und unter der fachlichen Aufsicht von 3 Firmenmitarbeitern (Werkmeistern) durch die Herstellung verschiedenster Metallerzeugnisse (z.B. Straßenlaternen) beschäftigt werden können.

Unternehmerbetrieb 2
Vor einigen Jahren standen in diesem Betrieb noch Webmaschinen, mit denen Stoffe für die Insassenbekleidung gewoben wurden. Aus wirtschaftlichen Überlegungen und um eine zeitgemäße Beschäftigung der Insassen zu gewährleisten wurde dieser Betrieb umstrukturiert, sodass heute in diesem Bereich hauptsächlich für Privatfirmen aus der Metall- und Kunststoffbranche gearbeitet wird.
Ein kleiner Teilbereich unseres Betriebes beschäftigt sich auch mit Anfertigung von Fliesenmosaikbildern aus Bruch- und Abfallfliesen oder Keramik. Hier können auch individuelle Kundenwünsche an Mosaikfliesen und Bordüren erfüllt werden.

Unternehmerbetrieb 3 (Kartonagenbetrieb)
Der lange Zeit als „Therapiebetrieb“ geführte Betrieb wurde zu im heurigen Jahr zu einem Unternehmerbetrieb umfunktioniert, indem bis zu 25 Insassen mit Arbeiten der Privatwirtschaft beschäftigt werden können.
Derzeit werden hier folgende Arbeiten durchgeführt:
Anfertigung von Bonboniere Verpackungen; Zusammenstellung von Prospekten, Broschüren, Briefen u. dgl.; deren Kuvertierung, Adressierung und Zusammenstellung zu versandfertigen Massensendungen (Post-Info Mail); Zusammenstellung und Verpackung von Werbematerialien, Ersatzteilen, Musterkollektionen, etc.; Zusammenstellung, Bearbeitung und Montage von einfachen Gebrauchsartikeln; Sortierung verschiedenster Artikel und Materialien, u.s.w.

Wäscherei
Die Wäscherei beschäftigt durchschnittlich 21 Insassen und ist für die Reinigung der gesamten Anstaltswäsche zuständig. Darüber hinaus werden auch Wasch- und Reinigungsarbeiten (z.B. chemische Reinigung von Teppichen) für die unterschiedlichsten Auftraggeber – vom Kosmetiksalon über Gaststätten bis zu Vereinen – erledigt.

Betreuung und Freizeit

Der Vollzugsbereich
Die Justizanstalt Graz-Karlau verfolgt die Philosophie, möglichst individuell auf die Defizite und Bedürfnisse der uns anvertrauten Insassen einzugehen. Um diese Vorgabe auch im Vollzugsalltag umsetzen zu können versuchen wir, ein möglichst breites Angebot an verschiedenen Vollzugsformen anzubieten und diese auch inhaltlich mit entsprechenden Betreuungsangeboten auszufüllen.

Das Betreuungskonzept

Das Betreuungskonzept der Justizanstalt Graz-Karlau umfasst neben der Vollzugsgestaltung des Alltages durch alle Strafvollzugsbediensteten auch spezielle Betreuungstätigkeiten nach Themenschwerpunkten und Vollzugsform.

Die Justizanstalt Graz-Karlau bietet folgende Themenschwerpunkte:
Maßnahmenvollzug nach § 21 Abs 2 StGB, Sexualstraftäterbehandlung, Aggressionstraining, Suchttherapie, Berufsausbildung und Qualifizierung, Entlassungsvorbereitung über die Außenstelle in Maria Lankowitz sowie dem Freigängerhaus.

Zuzüglich zu den in der Vollzugsordnung und im Strafvollzugsgesetz vorgesehenen Sicherungsaufgaben werden naturgemäß abteilungs- und vollzugsformspezifischdifferenzierte Betreuungsaufgaben wahrgenommen.
Im Erstvollzug sowie im gelockerten Vollzug/Entlassungsvollzug ergibt sich beispielsweise durch verlängerte Öffnungszeiten der Hafträume ein erhöhter Betreuungsaufwand durch Justizwachebeamte außerhalb der Arbeitszeiten oder während der Freizeitgestaltung.
Im gelockerten Vollzug außerhalb der Anstalt (Freigänger) wird Betreuung bei Bedarf sowie zu Fixzeiten durch Justizwachebeamte und Sozialarbeiter angeboten und dient zur Regelung von Problemen im Arbeitsverhältnis bzw. im Kontakt mit der Außenwelt im Hinblick auf die Entlassung.

Der Maßnahmenvollzug
Den Maßnahmenvollzug für Insassen nach § 21 Abs. 2 StGB in der JA Graz-Karlau gibt es in der derzeitigen Form seit 1987. Die Schwerpunkte der Anstalt liegen in der Anhaltung sicher¬heitsgefährlicher Insassen mit Eignung für Einzeltherapie und/oder Gruppentherapie sowie der Unterbringung von Sexualstraftätern.
Derzeit werden 67 männliche Untergebrachte nach § 21 Abs. 2 StGB in der JA Graz-Karlau angehalten. Es gibt drei Maßnahmenabteilungen, zwei Abteilungen davon werden als Wohngruppe geführt. Räumlich bedingt werden geeignete Untergebrachte auch in Hafträumen mit Insassen des Normalvollzuges angehalten. Mehrere Untergebrachte werden an der Krankenabteilung betreut, da diese Patienten an organischen oder schweren psychiatrischen Erkrankungen leiden.
Die Behandlung gliedert sich in eine Zugangsphase, eine Behandlungsphase und eine Entlassungsphase. Im optimalen Fall beginnt die Therapie bei Untergebrachten in der Anstalt und wird dann ambulant außerhalb der Anstalt fortgesetzt und nach der Haft weitergeführt, wobei der Klient in der Regel immer vom gleichen Therapeuten behandelt wird.

Angeboten werden verschiedene Formen von Einzel- und Gruppentherapie, Sexualstraftäterbehandlung und Anti-Aggressionstraining. Es gibt eine Alkohol- und eine Drogengruppe. Das verfolgte Therapieziel ist die Reduktion der Gefährlichkeit und die Erreichung von Alkoholkarenz.
Auch für Untergebrachte besteht die Möglichkeit einer Berufsausbildung, die in neun verschiedenen Berufen anstaltsintern möglich ist sowie die Teilnahme an Aktivitäten des Normalvollzuges. Neben dem Abbau der Gefährlichkeit sind die Erhöhung der Eigenverantwortlichkeit und die berufliche Rehabilitation als Vollzugsziele zu nennen.
Nach der Entlassung werden die Insassen meist an die FONAST weitervermittelt und im Rahmen dieser oftmals durch den gleichen Therapeuten weiterbehandelt. Zu den Kooperationspartnern zählen NEUSTART und b.a.s (Steirische Gesellschaft für Suchtfragen).

Die personellen Ressourcen im Maßnahmenvollzug der JA Graz-Karlau setzen sich zusammen aus drei PsychologInnen zu insgesamt 40 h/Woche sowie neun PsychotherapeutInnen mit breit gefächerten therapeutischen Richtungen mit derzeit 35 h/Woche. Darüber hinaus wird die Abteilung von zwei PsychiaterInnen, zwei ÄrztInnen, drei KrankenpflegerInnen und einem Pflegehelfer aus dem Normalvollzug mitbetreut. Weiters stehen eine halbe Sozialarbeiterstelle und drei Justizwachebeamten für die Untergebrachten zur Verfügung. Ein Anstaltsseelsorger betreut bei Bedarf die Maßnahmenabteilung mit.
Erfolge sind die Etablierung eines Systems von externen Therapeuten, das 1995 eingeführt wurde und mittlerweile auch von anderen Anstalten aufgegriffen wird. In vielen Fällen muss die Behandlungskette durch Entlassungen nicht unterbrochen werden.

Betreuung und Freizeit

- Bildungsbeiträge
- Group Counselling

Freizeitgestaltung:
Durch das Kennen lernen eines neuen Freizeitverhaltens können sich für den Insassen völlig neue Perspektiven ergeben. Gemeinsam mit anderen können unter Anleitung eines Beamten bzw. Mitarbeiter des Fachdienstes völlig neue Formen Freizeitgestaltung erfahren und erprobt werden.
Ein Insasse, dessen Leben und Freizeit z.B. völlig durch seine Sucht dominiert war und dessen Delikt möglicherweise ebenso damit in Zusammenhang steht, hat durch pädagogisch sinnvolle Freizeitgestaltung die Möglichkeit, seinen Alltag und seine Freizeit abseits der Sucht erleben und gestalten zu lernen.
Die Freizeitgestaltung der Justizanstalt Graz Karlau gliedert sich grundsätzlich in die Freizeitgestaltung als Angebotskatalog für die Nachmittagsbetreuung sowie die Bibliothek.

Die Freizeitgestaltung wird von einem JWB organisiert, koordiniert und umfasst folgendes Programm:

Therapiesport:
In etwa 20 Insassen haben aufgrund von allgemeinmedizinischer oder psychiatrischer Indikation die Möglichkeit, zweimal wöchentlich 1 Stunde im Sportkeller Therapiesport auszuüben.

Musiktherapie:
Derzeit wird einem Insassen zweimal wöchentlich 1 Stunde die Möglichkeit gegeben, Musiktherapie auszuüben. Er ist dabei unbewacht.

Fitnessgruppen:
5 Fitnessgruppen sowie eine Elitegruppe, die sich aus Mitgliedern der 5 Fitnessgruppen zusammensetzt. Diese haben die Möglichkeit, den Fitnessraum an 6 Tagen wöchentlich insgesamt 10 Stunden zu nutzen.

Der Jahreszeit entsprechend besteht täglich Montag bis Freitag 1 Stunde die Möglichkeit für mehrere Gruppensportaktivitäten (Volleyball, Fußball, Federball). In mehreren Sportarten werden jährlich anstalts¬interne Meisterschaften abgehalten.

In der Bastelgruppe werden durchschnittlich 2x wöchentlich ca. 8 Insassen für jeweils 2,5 Stunden durch jeweils einen JWB betreut.

Die Musikgruppe hat täglich 1 Stunde, an Sams-, Sonn- und Feiertagen 2 Stunden die Möglichkeit zu musizieren.

Des Weiteren besteht für Insassen des gelockerten Vollzuges bzw. des Entlassungsvollzuges die Möglichkeit, an Gruppenausgängen teilzunehmen, die derzeit in Form von begleiteten Fahrradausflügen abgehalten werden. Hier begleitet 1 JWB ca. 5 Insassen während 2,5 Stunden 2x wöchentlich. Bei Bedarf wird zusätzlich eine wie die Fahrradgruppe organisierte Laufgruppe installiert.

Bibliothek:
Die Bibliothek hat täglich von 07.00 bis 10.30 Uhr geöffnet und regelt den Büchertausch. Zusätzlich wird 4x wöchentlich in den Räumlichkeiten der Bibliothek ein Leseraumbetrieb angeboten. Hier können die Insassen den Leseraum zum Lesen von Büchern sowie von eigens abonnierten fremdsprachigen Zeitungen sowie zum Entlehnen von Büchern und Software nutzen.

Bildungsbeiträge:
Externe Kurse: Die Justizanstalt Graz Karlau arbeitet eng mit verschiedenen Bildungsträgern (Bfi Steiermark, Wifi Steiermark, Volkshochschule, Private Bildungsträger und Trainer, etc.) zusammen.

Es konnten für Insassen spezielle Konditionen erwirkt werden, da die Kurskosten nicht von der Justizanstalt getragen werden. In den Genuss externer Kursmaßnahmen kommen Strafgefangene, die sich für die Gewährung von Freiheitsmaßnahmen eignen (Gelockerter Vollzug, Entlassungsvollzug). Die Entscheidung erfolgt individuell.
Interne Kurse: Die Justizanstalt Graz Karlau ist bemüht, in regelmäßigen Abständen verschiedene Kursangebote für dafür geeignete Insassen indoor-mäßig anzubieten und dabei auf verschiedene Bedürfnisse zu achten. Es handelt sich dabei in erster Linie um niederschwellige bis mittelschwellige Angebote, die es den Insassen nach der Entlassung erleichtern soll, in den Arbeitsalltag einzusteigen und vor allem mit einfachen Qualifikationen am Arbeitsmarkt vermittelbar zu sein (Job Coaching – Bewerbungstraining, Staplerkurse, Schweißkurse, EDV Kurse, Deutschkurse, Fremdsprachen, Erste Hilfe Kurse).

Group Counselling:
7 ausgebildete Group Counseller betreuen derzeit zwischen 35 und 42 Insassen an durchschnittlich je einem Treffen (Dauer ca. 2 Stunden) pro Woche. Hierbei werden in angenehmer Atmosphäre Themen und aktuelle Problematiken der Insassen besprochen. Group Counselling leistet als Regulativ einen wesentlichen Beitrag zu einem tragbaren Anstaltsklima.
Im Besonderen darf hier die Entlassungsbegleitende Gruppe erwähnt werden, welche unter Mitwirkung des Vereines Neustart regelmäßig stattfindet. Hier wird die Gruppenörtlichkeit nach Entlassung des ersten Gruppenmitgliedes außerhalb der Anstalt verlegt.

Die Fachdienste

Folgende Fachdienste sind in der Justizanstalt Graz-Karlau eingerichtet:

Psychiatrischer Dienst:
Die psychiatrische Betreuung der Insassen der Justizanstalt Graz-Karlau erfolgt durch 2 Teilzeit anwesende Psychiater und umfasst folgende Tätigkeiten: Ärztliche Therapie, Gesprächspsychotherapie, Psychopharmakologische Behandlung, Substitution und Suizidprävention.

Ärztlicher Dienst:
Ein besonderes Augenmerk im Betreuungsbereich ist auch der medizinischen Versorgung (ambulante Erstversorgung) gewidmet. In der Justizanstalt Graz-Karlau ist eine eigene Krankenabteilung eingerichtet.

Den 2 hauptamtlich praktischen Ärzten stehen in einer gut eingerichteten Ambulanz bei Bedarf Konsiliarfachärzte aus den Bereichen Chirurgie, Dermatologie, Interne Erkrankungen, Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Augenerkrankungen und Orthopädie, eine gut eingerichtete Ambulanz sowie 4 Mitarbeiter im diplomierten Pflegedienst für die Arztvisiten und Behandlungen zur Seite.

Für Insassen, die in der Krankenabteilung stationär aufgenommen werden müssen stehen insgesamt 11 Krankenzimmer mit 40 Betten zur Verfügung.
Justizwachebeamte mit Sanitätsgehilfen-Ausbildung sind für die reibungslose Abwicklung des Dienstbetriebes in der Krankenabteilung verantwortlich.
Die Ambulanz der Justizanstalt Graz-Karlau hat eine Frequenz von ca. 7000 Insassenvorstellungen pro Jahr.

Psychologischer Dienst:
Die Tätigkeiten des Psychologischen Dienstes werden derzeit von 3 Vollzeit beschäftigten Psychologen erbracht, die ein umfangreiches Betreuungsangebot sicherstellen.
Darüber hinaus decken derzeit neun externe Psychotherapeuten den Bedarf an Gruppen- und Einzeltherapien in folgenden Therapieschwerpunkten: Basisgruppe und Therapievorbereitungsgruppe für den Maßnahmenvollzug (Modell Mittersteig), Pädophilengruppe für den Maßnahmenvollzug, Sexualstraftätergruppe für den Normalvollzug, Gruppe für Antiaggressionstraining, Gruppe für Alkoholgefährdete, Gruppe für Drogengefährdete, Einzeltherapien

Die Justizanstalt Graz-Karlau ist Partner im Projekt „Rechtsambulanz in der Justizanstalt Graz-Karlau“.
Nähere Informationen finden Sie unter Rechtsambulanz im Strafvollzug

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Bild: Justizanstalt Graz Karlau - Nachtansicht - Luftaufnahme
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Bild: Justizanstalt Graz Karlau - Vorderansicht Gebäude
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Bild: Justizanstalt Graz Karlau - Gesamtansicht Gebäude
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Bild: Justizanstalt Graz Karlau - Innenansicht
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Bild: Justizanstalt Graz Karlau - Berufschule
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